RESSORTS.
Acht Felder, in denen wir kontinuierlich publizieren — von Bergmannkiez bis Berghain.
- I
Kiez
Das Mutterressort. Kiez-Disziplin in Berlin. „Kiez" als der zentrale Berliner Begriff für Stadtviertel, etymologisch aus dem Niederdeutschen „kiete" für Hütte abgeleitet, in Berlin seit dem späten 19. Jahrhundert für Wohn- und Geschäfts-Viertel etabliert. 12 Bezirke nach der Bezirks-Reform 2001 mit etwa 200 statistischen Bezirken: Mitte (Wedding, Gesundbrunnen, Mitte selbst, Tiergarten, Moabit, Hansaviertel), Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow (mit Prenzlauer Berg, Weißensee), Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg, Neukölln, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg, Reinickendorf. Klassische Kiez-Hochburgen: Bergmannkiez (Kreuzberg), Reuter-/Weserkiez (Neukölln), Samariterkiez (Friedrichshain), Sprengelkiez (Wedding), Gleimkiez (Prenzlauer Berg).
→ - II
Politik
Berliner Politik-Disziplin. Berliner Senat als Landesregierung mit dem Regierenden Bürgermeister und 10 Senatorinnen/Senatoren als Ressort-Spitzen. Schwarz-Rot-Konstellation seit April 2023 unter Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Senatorin Franziska Giffey (SPD) als zweiter Bürgermeisterin. Abgeordnetenhaus mit 159 Sitzen (12 Bezirke je etwa 13 Wahlkreis-Sitze, plus Listen-Mandate). BVV (Bezirksverordnetenversammlungen) auf Bezirks-Ebene mit etwa 55 Mandaten je Bezirk und der Stadtrat-Wahl als ehrenamtlich-bezahlte Bezirks-Politik. Vorhergehende Konstellationen: Rot-Rot-Grün 2016–2023 unter Michael Müller (SPD) bzw. Franziska Giffey (SPD). Volksabstimmungen: Tegel-Schließung 2017 abgelehnt aber umgesetzt, „Deutsche Wohnen & Co. enteignen" 2021 angenommen aber nicht umgesetzt.
→ - III
Kultur
Berliner Kultur-Disziplin. Berliner Festspiele GmbH als die Bundes-Kultur-Trägerin in der Hauptstadt mit dem Festspielhaus an der Schaperstraße und den Programmen Berlinale (Internationale Filmfestspiele Berlin seit 1951, jährlich im Februar, etwa 470.000 Besuchende), Theatertreffen (seit 1964, Mai), MaerzMusik (Festival für Neue Musik seit 2002), Musikfest Berlin (seit 2005, August/September im Konzerthaus und Philharmonie), Jazzfest Berlin (seit 1964, November). Berliner Philharmoniker (seit 1882) unter Kirill Petrenko als Chefdirigent (seit 2019). Berliner Staatsoper Unter den Linden, Deutsche Oper Berlin (Charlottenburg), Komische Oper, Volksbühne. Galerie-Hochburgen in Mitte (Auguststraße) und Friedrichshain-Kreuzberg (Potsdamer Straße, Lindenstraße). Documenta-Verbindung: Berlin-Biennale seit 1998 in zweijährigem Rhythmus.
→ - IV
Architektur
Berliner Architektur-Disziplin. Klassische Linie: Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) mit der Bauakademie (1836, Wiederaufbau-Diskussion seit den 1990er-Jahren), Altem Museum (1830) und Konzerthaus am Gendarmenmarkt (1821). Wilhelminisches Berlin mit dem Reichstag (Paul Wallot 1894), Berliner Dom (Julius Raschdorff 1905), Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Franz Schwechten 1895). Bauhaus-Verbindung: Walter Gropius-Bauten in Siemensstadt (Großsiedlung 1929–1934). Hans Scharoun mit der Berliner Philharmonie (1963) und der Staatsbibliothek (1978). Plattenbau-Serien WBS 70 (DDR-Standard 1973–1990). Nach-Wende-Architektur: Daniel Libeskind (Jüdisches Museum 2001), Norman Foster (Reichstag-Kuppel 1999), Renzo Piano (Potsdamer Platz). Hochhaus-Welle 2010er-Jahre mit dem Upper West (Charlottenburg, 119 m) und dem geplanten Mittelpunkt-Hochhaus.
→ - V
Mobilität
Berliner Mobilitäts-Disziplin. BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) seit 1929 mit U-Bahn (10 Linien U1–U9 und U12, 175 Bahnhöfe, etwa 154 km Netz), Straßenbahn (rund 22 Linien fast ausschließlich im Ostteil seit der Wiedervereinigung), Bus-Netz (etwa 150 Linien), Fähren (sieben Linien an Spree und Havel). S-Bahn Berlin GmbH (seit 1995 als DB-Tochter) mit 16 Linien (S1–S9, S25, S26, S41/S42 Ringbahn, S45, S46, S47, S75, S85) und etwa 332 km Netz. Tarif-Gebiete A (Innen-Stadt-Bereich), B (zwischen S-Bahn-Ring und Stadtgrenze), C (Brandenburg-Umland). Deutschland-Ticket (49 Euro/Monat seit Mai 2023, auf 58 Euro/Monat erhöht ab Januar 2025) als deutschland-weiter Standard. Rad-Verkehr mit der RVK (Rad-Verkehrs-Konzept) seit 2018 und Velorouten. A100 (Stadt-Autobahn) als laufende Erweiterungs-Debatte. BER-Flughafen seit Oktober 2020.
→ - VI
Geschichte
Berlin-Geschichts-Disziplin. Preußische Hauptstadt seit 1701 unter Friedrich I. (Krönung in Königsberg), Berlin als Reichshauptstadt 1871–1945. Groß-Berlin-Gesetz 1920 mit der Bildung der heutigen Stadt-Fläche aus den ehemaligen Städten Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg, Lichtenberg, Neukölln und 59 Vororten. Weimarer Berlin als kultureller Brennpunkt der 1920er-Jahre. NS-Berlin 1933–1945 mit der Reichshauptstadt-Architektur (Welthauptstadt Germania-Pläne von Albert Speer). Geteiltes Berlin 1945–1990: Berlin-Blockade 1948/49 mit Luftbrücke, Berlin-Mauer 13. August 1961 bis 9. November 1989 (155 km Gesamt-Länge), Wiedervereinigung 3. Oktober 1990, Hauptstadt-Beschluss 20. Juni 1991 (338 zu 320 Stimmen für Berlin gegen Bonn), Regierungs-Umzug 1999.
→ - VII
Essen
Berliner Küche-Disziplin. Berliner Imbiss-Tradition: Currywurst (Herta Heuwer 1949 am Stuttgarter Platz in Charlottenburg, Patent-Anmeldung 1959), Berliner Döner Kebab (Kadir Nurman 1972 am Bahnhof Zoo als Brot-Variante des türkischen Döners). Klassische Berliner Küche mit Eisbein, Berliner Boulette, Königsberger Klopse (mit Ostpreußen-Bezug), Berliner Pfannkuchen (jenseits Berlins „Berliner" genannt). Märkte: Markthalle Neun (Kreuzberg seit 2011 als Wiedereröffnung, Street Food Thursday-Tradition), Winterfeldtmarkt (Schöneberg), Karl-August-Platz (Charlottenburg). Gastronomie-Welle: Sterne-Restaurants (Rutz, Horváth, Tim Raue), Vegetarisch-Vegan-Hochburg (Berlin als deutsche Spitze nach Foodist-Vegane-Index 2024). Marken-Berliner Marken: Berliner Pilsner, Berliner Weisse mit Strippe, Schultheiss.
→ - VIII
Nacht
Berliner Nacht-/Klub-Disziplin. Berghain seit 2004 im Wriezener Karree (Friedrichshain-Kreuzberg) als die globale Spitze der Berliner Techno-Klub-Kultur, Türsteher Sven Marquardt seit der Gründung. Vorgänger Ostgut (1998–2003, Mühlenstraße in Friedrichshain) als die historische Wurzel. Tresor seit 1991 (ursprünglich Leipziger Straße, seit 2007 im ehemaligen Kraftwerk Mitte in der Köpenicker Straße) als die zweite klassische Linie. Kater Blau seit 2014 (Holzmarktstraße in Mitte) als die offenere Open-Air-Linie. Renate (seit 2007, Friedrichshain) mit Open-Air-Sommer-Tradition. Klassische Konzert-Spielstätten: SO36 (seit 1978 in Kreuzberg, Punk-Tradition), Lido (Kreuzberg, Indie), Astra Kulturhaus (Friedrichshain). Berlin-Senat-Anerkennung der Klub-Kultur als förderwürdig seit 2019, Clubcommission als Branchen-Verband.
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